Reise vom 20.06.-22.06.2019 nach Orléans und Umgebung

Die Sommerfahrt 2019 der DFG hatte zum Ziel, uns Orléans und einige der vielen Schlösser der Loire näher zu bringen und damit auch unsere Kenntnisse der wechselvollen französischen Geschichte etwas zu erweitern und zu vertiefen.

Wir starteten pünktlich um 6 Uhr morgens mit einem komfortablen Reisebus der Fa. Bohr mit unserem Fahrer, Werner Ullmann, bei dem man durch seine ruhige Art stets ein sicheres Gefühl hatte. Nach dem obligatorischen guten Frühstück, kurz hinter der französischen Grenze, fühlten wir uns trotz des trüben Wetters bei bester Laune und genossen die, ruhig an uns vorüberzie-henden, weiten Landschaften. Manchmal zeigte sich sogar kurz die Sonne und ließ den, an den Autobahnrändern, blühenden Ginster in hellem Gelb erstrahlen. Mit anregenden Gesprächen und einigen Pausen an den Raststätten verging die Zeit wie im Flug und gegen 16 Uhr trafen wir im Hotel ein, das in der Nähe des Bahnhofs Gare d‘ Orléans, direkt an der Avenue de Paris lag. Der Bahnhof ist eine imposante, lichtdurchflutete Anlage in moderner Bauart aus Stahl und Glas und ist ein architektonisches Meisterwerk. Nach einer kurzen Pause brachte uns der Bus zum Theater von Orléans von dem aus die Stadtführung begann.

Orléans liegt an der Loire im nördlichen Zentralfrankreich und ist die Hauptstadt der Region Centre-Val de Loire. Mit ca. 115.000 Einwohnern gehört Orléans damit zu den größeren und vor allem ältesten Städten Frankreichs. Von den mehr als 40 Brücken über das Tal der Loire stehen alleine 4 in Orléans und verbinden die beiden Stadtteile miteinander. Das lässt einen unwillkür-lich an das ungelöste, leidige Brückenproblem zwischen Mainz und Koblenz denken.

Das alte Rathaus mit dem davorstehenden Denkmal der Jean d‘ Arc war die erste Sehenswürdig-keit, die wir besichtigten. Es ist aus roten Ziegelsteinen errichtet und zeigt erst im Inneren welche Kostbarkeiten es birgt. Neben dem Sitzungssaal konnten wir auch noch andere Zimmer wie den Hochzeitssaal, das Arbeitszimmer des Bürgermeisters, den Wachen Raum und andere Zim-mer bewundern, die alle prunkvoll ausgestattet waren. Am bekanntesten aber ist die mächtige Cathédrale Sainte-Croix (Heiligkreuzkathedrale). Sie ist einige Male zerstört, aber immer wieder aufgebaut worden und ihre markanten Zwillingstürme sind schon von weitem zu sehen.

Orléans war im Hundertjährigen Krieg ein Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen Eng-land und Frankreich, bis es im Mai 1429 unter Mitwirkung von Jeanne d’Arc, einem einfachen Bauernmädchen, befreit wurde. Ähnlich wie die Hildegard von Bingen hatte auch sie in ihrer Jugend Visionen und glaubte die Stimme Gottes zu hören. Sie fühlte sich berufen ihr Land von den Engländern zu befreien, was ihr auch gelang. Durch Verrat kam sie später in die Hände der Engländer, die sie an die Katholische Kirche auslieferten. Sie wurde als Ketzerin verurteilt und bei lebendigem Leibe verbrannt. 500 Jahre später wurde sie heiliggesprochen. Heute ist sie die französische Nationalheldin und gilt als Märtyrerin aber nicht im religiösen Sinne, denn sie ist nicht für ihren Glauben, sondern für ihr Land gestorben. Auf einigen Fensterbildern der Kathed-rale wird die Lebensgeschichte von Jeanne d’Arc wiedergegeben. Der wohl interessanteste Teil Orléans ist die Altstadt, die sich bis zur Loire hinunterzieht, die noch in ihrem natürlichen, un-verbauten Zustand dahinfließt und eine wohltuende Ruhe ausstrahlt. Voll mit den Eindrücken des Tages erreichten wir wieder unser Hotel und machten uns frisch für das gemeinsame Abendessen im Restaurant Eugène wo wir mit einem 4 Gänge Menü verwöhnt wurden und bei netter Unterhaltung den Abend verbrachten.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Chambord zur Außenbesichtigung des Châteaus de Chambord, dem größten Schloss des Loire Tales. Es wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter König Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet und gilt als das schönste der Loire Schlösser. Beeindruckend ist die fast symmetrische Form der Anlage. Franz der I., dem man nachsagte, dass die Frauen ihn trotz seines angeblichen Schweinsgesichtes sehr begehrten, änderte das höfische Leben grundlegend. Er holte edle Damen an seinen Hof, führte Feste und Bälle ein und soll auch das geistige Leben gefördert haben. Sein Sohn Heinrich II. wurde sein Nachfolger. Er war verhei-ratet mit Katharina von Medici, der man nachsagte, dass sie nicht mit Schönheit gesegnet war, was den König aber wenig störte, denn er hatte die hübsche Diana von Poitiers als Mätresse mit der er sich mehr als 20 Jahre vergnügte. Schon bald ging es weiter nach Amboise zum Château du Clos Lucé, dem Schloss, in dem Leonardo da Vinci die letzten 3 Jahre seines Lebens verbrachte. Hier hatten wir wieder eine Führung mit der temperamentvollen Lady in Black, die nicht müde wurde uns alles zu erklären. Für mich war dieser Ort der Höhepunkt der Reise, denn Leonardo da Vinci war nicht nur Maler, sondern auch Ingenieur und er war auch Vegetarier. Nicht so ein falscher Vegetarier, wie mich Francine genannt hat, weil ich Fische und Meeresfrüchte esse, sondern ein echter. Der König suchte gerne seine Nähe und interessierte sich sehr für seine Arbeiten, denn Leonardo war ein Universalgenie und ersann neben seiner Malerei auch Geräte für den alltäglichen Gebrauch und vor allem auch Maschinen, die man für kriegerische Zwecke verwenden konnte.

 

 

 

Gerne wären wir noch länger geblieben, doch schon bald fuhren wir weiter zum Schloß Amboise. Auch hier hatten wir wieder eine kompetente Führerin die es verstand, uns immer wieder er-neut zu begeistern. Im Inneren der beiden Türme sind Rampen eingebaut, auf denen man mit Hilfe von Pferdefuhrwerken schwere Gegenstände wie z.B. Kanonen hinaufgezogen hat. In ei-nem Raum hing ein sehr beeindruckendes Gemälde das Leonardo das Vinci auf dem Sterbebett zeigt. Es entspricht zwar nicht der Wirklichkeit, denn Leonardo da Vinci soll einsam in seinem Bett gestorben sein, ist aber dennoch ein Bild, das noch lange nachwirkt. Zeigt es doch die Ver-gänglichkeit des Lebens. Nach dieser Führung ging es zur letzten Etappe dieses anstrengenden Tages.

Es waren die Schlossgärten des Schlosses von Villandry zu besichtigen. Es sind insgesamt 5 Gär-ten zu bewundern, der Gemüsegarten, der Ziergarten, der Wassergarten, der Garten der Heil-kräuter und das Labyrinth. Beim Bau der Anlage in dem kleinen, von Norden nach Süden geneig-ten, Tales durch das ein Bach fließt, konnte man die örtlichen Gegebenheiten geschickt nutzen um drei Ebenen anzulegen. Die Wasserversorgung erfolgt über ein unterirdisch verlaufendes automatisches Bewässerungssystem. Alle Gärten sind nach streng geometrischen Mustern ange-legt und mit Buchshecken umgeben, die insgesamt eine Gesamtlänge von 52 km haben sollen. Der Buchsbaumzünsler würde sich hier bestimmt wohl fühlen. Für die Unterhaltung der gesam-ten Anlage in der auch noch über 1000 Lindenbäume stehen, die mehrmals im Jahr beschnitten werden, ist ein Team von 10 Gärtnern, ein Lehrling und je nach Bedarf noch Hilfskräfte zustän-dig. Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages bildete der Besuch der Fête de la musique à Or-léans. Dieses Musikfestival findet immer am 21. Juni statt und ist wirklich sehenswert. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein um die vielen musikalischen und künstlerischen Darbietungen zu genießen. Überall wimmelte es von Menschen aller Hautfarben und in der Altstadt musste man sich seinen Weg durch die Masse regel-recht erkämpfen. Straßenbahnen konnten nur fahren, weil vorneweg ein Polizeiwagen mit Blaulicht fuhr um den Weg frei zu machen. Hellwach und ziemlich aufgedreht waren wir gegen 24 Uhr endlich wieder im Hotel. Die Rückfahrt am Sams-tag verlief in den ersten Stunden erstaunlich ruhig, weil viele müde waren und manche versuchten, den verlorenen Schlaf nachzuholen. In Sainte-Menehould machten wir unsere Mittagspause und hatten wieder ein exquisites Vier-Gänge Menü im Restaurant Le Cheval Rouge. Der gute Wein löste die Zungen und die vielen Erlebnisse sorgten für Gesprächsstoff sodass an allen Ti-schen bald wieder angeregt diskutiert und viel gelacht wurde. Zum Abschluss noch ein Danke-schön an unseren Busfahrer, der uns auch wieder sicher nach Hause gebracht hat, an Frau Dr. Mähringer Kunz und allen, die an dieser schönen Fahrt mitgewirkt und teilgenommen haben.

 

                                                                                                      Alfred und Irmtraud Haupt

 

 

Reise vom 13.10.-15.10.2018 nach Luxemburg

Eine Reise in das kleinste Nachbarland Deutschlands

 

Deutsch-Französische Gesellschaft Münster-Sarmsheim auf Studienreise in Luxemburg

 

Die diesjährige Studienfahrt der Deutsch-Französischen Gesellschaft Münster-Sarmsheim führte vom 13. auf den 14. Oktober in eines der kleinsten Länder Europas, nach Luxemburg. Die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gespannt auf das Nachbarland, das vielen noch unbekannt war.

 

Nach einer erfreulich kurzen Fahrt in die Hauptstadt Luxemburgs stand als erstes eine Führung durch die Altstadt auf dem Programm. Gemeinsam mit einer herausragenden Führerin ging es in die Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg, auf den Clairefontaine-Platz sowie vor den Großherzoglichen Palast. Das doch etwas größere Gefälle wurde unter anderem mit Hilfe eines riesigen Fahrstuhls überwunden, in dem die ganze Gruppe gleichzeitig Platz fand. Besonders interessant ist in Luxemburg auch das Nebeneinanderstehen der drei Sprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. Im Gegensatz zu den mehr oder weniger getrennten Sprachgebieten in Belgien und auch der Schweiz spielen in Luxemburg alle drei Sprachen im Alltag eine Rolle.

 

Im Anschluss an die Mittagspause ging es mit dem Bus auf das Kirchberg-Plateau, auch Europaviertel genannt. Hier haben sich zahlreiche Banken, europäische Institutionen und Behörden niedergelassen, so zum Beispiel der Europäische Gerichtshof. In diesem besonderen Ambiente wurde den Teilnehmern aus Deutschland nochmals bewusst, wie wichtig die europäische Einigung und Zusammenarbeit ist. Doch neben Politik und Finanzen kommt auch die Kultur in Kirchberg nicht zu kurz: ob die 2005 erbaute Philharmonie Luxemburg oder das 2006 eröffnete Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, das Besondere der Weltkulturerbestadt Luxemburg ist das Zusammenspiel zwischen der alten Festung und den modernen Gebäuden. Vom Fort Thüngen, auf luxemburgisch aufgrund der drei Eicheln „Dräi Eechelen“ genannt, hat man zudem einen wunderschönen Blick auf die Altstadt.

 

Am nächsten Tag ging es zunächst zurück nach Deutschland, in die Römische Villa Borg. In diesem besonderen Freilichtmuseum wurde eine villa rustica aus der Römerzeit freigelegt und rekonstruiert. Die Highlights dieses Museums sind vor allem das bunt bemalte römische Bad, sowie die römische Küche, in der man sich auch selbst als römischer Koch versuchen kann. Einen weiteren Einblick in das römische Leben gaben verschiedene Handwerker, die beispielsweise alten Schmuck oder Ledersandalen mit den alten Handwerkstechniken herstellen.

 

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit ging es wieder wenige Kilometer zurück nach Luxemburg, und zwar nach Schengen. In der besonders wegen des Schengen-Abkommens bekannten Stadt verköstigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Domaine Henri Ruppert Luxemburger Weine, die auch gegen ihre deutschen und französischen Nachbarn konkurrieren können. So wurde unter anderem Auxerrois, Grauer Burgunder und Riesling probiert.

 

Auf dem Rückweg nach Münster-Sarmsheim durfte natürlich auch bei sonnigem Oktoberwetter ein Stopp an der wunderschönen Saarschleife nicht fehlen. Ein ganz besonderer Dank aller Teilnehmer gilt der kompetenten Reiseleitung durch Frau Dr. FraFFranFrancine Mähringer-Kunz und ihrem Team.

Francine Mähringer-Kunz und ihrem Team.

 

Andrea Blumers

 

 

Reise vom 31.05.-02.06.2018 nach Nordfrankreich / Brügge

Am Fronleichnamstag starteten 20 Mitglieder und Freunde der Deutsch-Französische Gesellschaft Münster-Sarmsheim e.V. frühmorgens um 6 Uhr zu einer dreitägigen  Studienreise in den Norden Frankreichs und nach Brügge. 


Nach dem traditionellen Frühstück, das auf einem Rastplatz in der Nähe von Aachen eingenommen wurde, war das erste Reiseziel Lens, eine ehemalige Kohlebergbaustadt, auch bekannt für ihre Fußballmannschaft.

Seit 2012 befindet sich dort eine Dependance des Musée du Louvre Paris, durch die wir fachkundig und für uns sehr aufschlussreich geführt wurden.


Im Anschluss daran fuhren wir weiter zu unserem Hotel im Zentrum von Lille und beendeten den langen Tag mit einem köstlichen mehrgängigen Menü in der angenehmen Atmosphäre eines Fischrestaurants unweit des Hotels.


Der 2. Tag begann mit einer ausführlichen Führung durch die Altstadt von Lille mit ihren wichtigsten  Sehenswürdigkeiten und wurde am Nachmittag mit einem Besuch des Palais des Beaux Arts fortgesetzt. Die bedeutendsten Exponate wurden uns kompetent und umfassend vorgestellt. Abends hatte jeder die Gelegenheit, die Stadt und ihre Restaurants für sich zu entdecken.


Am 3. Tag verließen wir Frankreich, um auf dem Heimweg die sehenswerte mittelalterliche Stadt Brügge bei einer Stadtführung sowie einer Grachtenrundfahrt zu erleben.

 

Damit fand unsere Bildungs- und Kulturreise einen beeindruckenden Abschluss und hinterließ eine Menge bleibender Eindrücke.  

 

Ingrid Köppl

 

 

Herbstreise vom 30.09. - 02.10. 2017 nach Burgund

Ziel der Studienfahrt der DFG vom 30.09. bis 02.10.2017 war Burgund (französisch: Bourgogne).

 

Dijon, Beaune und Cluny waren Hauptziele. In Dijon war ein Rundgang durch die Altstadt vorgesehen. Bei (Niesel)Regen folgten wir dem "Eulenweg", der an allen Sehenswürdigkeiten und interessanten Punkten der Stadt vorbeiführt. Burgund ist eine angenehme, sanft hügelige mit einer reichen Kulturgeschichte, die sich in den historischen Stadtzentren, großen Klöstern, Landschaft  und Abteien, Schlössern und Burgen zeigt.

 

Einen Eindruck davon bekamen die  25 Teilnehmer der Fahrt bei den Stadtführungen durch Dijon und Beaune, bei der Führung durch die Abtei in Cluny und im Schloss Cormatin. Burgund ist auch bekannt für seine hervorragende Küche und natürlich für seinen Wein. Die Weinlagen und 
Weinanbaugebiete des Burgund stehen seit 2015 unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes. 


Spätburgunder/Pinot Noir und Chardonnay sind die bekannten Rebsorten.

Es war ausgiebig Gelegenheit, beides, Küche und Wein, "mit allen Sinnen" zu genießen: Bereits am 1. Tag besuchten wir ein Weingut in Vosne-Romanée; am 2. Tag gab es eine Weinprobe nach der Führung durch Schloss Cormatin, und am 3. Tag bildete eine Kellerweinprobe am Vormittag den Abschluss der Stadtführung durch das mittelalterliche Beaune.

 

Die gemeinsamen "Déjeuner" in der Hostellerie d' Heloise (bei Cluny am 1.Oktober) und im Château de Gilly (in Gilly Les Citeaux am 2. Oktober) waren köstlicher Beweis für eine hervorragende Küche.

 

Alles in allem eine harmonische, informative und eindrucksvolle Fahrt.

 

Edeltraud Schilling-Gilbert